Wir sagen Ihnen in diesem Bericht, welche Produkte bevorzugt gefälscht werden.

Nahezu jedes Produkt etablierter Marken kann mit mehr oder weniger Aufwand gefälscht werden. Erfolg zieht zwangsläufig Neider nach sich, die mit Plagiaten schnelles Geld verdienen möchten. Dass sie sich dabei strafbar machen, ist den meisten zwar bekannt, hält sie aber nicht davon ab, Produkt- oder Markenpiraterie gewerbsmäßig zu betreiben.

 

Vor Fälschern ist nichts sicher

Mode, Schmuck, Genussmittel, technische Produkte, Medikamente, Software oder auch hochwertige Ersatzteile – vor den Fälschern und Produktpiraten ist kein Produkt wirklich sicher. Inzwischen zeigt sich ein verstärktes Aufkommen an Produktfälschungen auch im Bereich der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Dabei spielt den Fälschern die Tatsache in die Hände, dass Plagiate inzwischen gesellschaftsfähig sind. Im Bereich von Mode und Schmuck sind es die bekannten Designermarken, die als Vorlage für Plagiate herhalten müssen. Erschreckend ist aber auch, dass zum Beispiel Auto- oder Flugzeugersatzteile inzwischen von Produktfälschern in den Handel gebracht werden. Damit greift die Produktpiraterie in Bereiche ein, die mit erheblichen Sicherheitsrisiken behaftet sind. Dem Verbraucher wird das Erkennen von Fälschungen häufig dadurch erschwert, dass Originalverpackungen und Logos verwendet werden.

 

Wo wird gefälscht?

Viele Fälscher betreiben ihr Gewerbe in hoch technisierten Kleinbetrieben. Andere lassen sich die Fälschungen im Ausland anfertigen und importieren die Plagiate. Hier sind besonders Länder wie die Türkei oder Malaysia und China in Ostasien zu nennen. Aber auch in Osteuropa liegen Produktionszentren für Plagiate. Polen und Russland sind zum Beispiel bekannt für die Produktion gefälschter Zigaretten wie (Marlboro, Camel, West, Lucky Strike), die dann ohne Steuerbanderole ausgeliefert werden. Jährlich werden beim Zoll ganze Containerladungen gefälschter Markenprodukte sichergestellt. Lange Zeit galten die Uhren von Marken wie (Breitling, Cartier, Glashütte Original, IWC,Maurice Lacroix, Omega, Patek Philippe, Rolex, Tag Heuer) als ein äußerst beliebtes Handelsobjekt, besonders in stark frequentierten Urlaubsorten. Manche Fälscher gehen dabei so dreist vor, dass sie den Käufern ein – natürlich ebenfalls gefälschtes – Echtheitszertifikat übergeben. Ein derzeit sehr beliebtes Fälschungsobjekt sind Tabakwaren. Durch die extreme Anhebung der Tabaksteuer ist der Handel mit gefälschten Zigaretten zu einem großen Bestandteil der Produkt- und Markenpiraterie geworden.

 

Software, Musik und Videos Plagiate

Produkt- oder Markentherapie im multimedialen Bereich bezeichnet man auch als Raub- oder Schwarzkopien. Besonders im Bereich von Betriebsystemen (z.B. Microsoft Windows 7) entsteht den Herstellern hochwertiger Software ein immenser Schaden. Programme, die in der Lage sind, eigene Produktschlüssel für Markensoftware zu kreieren oder vorhandene Schlüssel zu kopieren, sorgen dafür, dass der Schwarzmarkt für Software blüht. Ähnliches gilt für Musik- oder Videoaufnahmen. Hier kommt zur Markenpiraterie noch die Urheberrechtsverletzung hinzu, die ebenfalls empfindliche Strafen nach sich zieht. Illegale Downloads aus dem Internet führen dazu, dass Musik-CDs oder Video-DVDs nicht mehr offiziell im Handel erworben werden. Das führt nicht nur zu starken Umsatzeinbußen von Künstlern und Produzenten, sondern verfälscht auch die internationalen Charts, die sich immer an den offiziell verkauften Medien orientieren.