Fälschungen nicht nur in China hergestellt. Wir sagen Ihnen, woher Fälschungen kommen und wohin sie verkauft werden.

 

Herkunftsländer von Markenfälschungen

Fälschungen bekannter Produkte machen nur dann einen Sinn, wenn sie deutlich preiswerter als das Original angeboten werden können. Deshalb ist die Auswahl der Produktionsstätten für Fälschungen sehr wichtig. Viele gewerbliche Produktpiraten lassen deshalb ihre Fälschungen im Ausland herstellen. Die niedrigen Arbeitslöhne und die geringen Materialkosten in osteuropäischen und ostasiatischen Ländern führen dazu, dass sich hier ganz neue Wirtschaftszweige entwickelt haben. Inzwischen werden auch vermehrt Fälschungen auf dem afrikanischen Kontinent in Auftrag gegeben. Viele Produktfälschungen im Textilbereich werden zum Beispiel in Ländern wie China oder Malaysia hergestellt. Die notwendigen Pläne, Zeichnungen oder Muster müssen natürlich vom Auftraggeber zur Verfügung gestellt werden. Osteuropa, allen voran die Länder Polen und Russland, sind führend bei der Fälschung von Genussmitteln wie Zigaretten. In vielen Ländern, die als klassische Produktionsländer von Plagiaten bekannt sind, hat in den letzten Jahren aber eine regelrechte Verfolgung der Produkt- und Markenpiraterie eingesetzt. Auch hier mus man zum Beispiel China als federführend bezeichnen. Man hat erkannt, dass mit der Produktion von Fälschungen auch die Volkswirtschaft des eigenen Landes Schaden nimmt und seine Position im Welthandel schwächt.

Wo werden Fälschungen verkauft?

Den größten Umsatz mit Produktfälschungen erzielen die Fälscher auf den sogenannten fliegenden Märkten. Auch auf Flohmärkten werden immer mehr Plagiate zu Schnäppchenpreisen angeboten. Im Zeitalter der Elektronik ist das Internet zu einer weltweiten Handelsplattform geworden, die rund um die Uhr verfügbar ist. Es ist also nicht verwunderlich, dass man gerade hier auch viele Plagiate und Fälschungen kaufen kann. Etwa 33 Prozent des gesamten Umsatzes der Produktfälschungen werden auf diesem Vertriebsweg erzeugt. Besonders im Bereich von Software und Multimedia-Produkten ist das Internet und Auktionsplattformen wie eBay die passende Plattform. Es bilden sich zum Beispiel in den letzten Jahren mehr und mehr so genannte geschlossene Foren. Der User muss sich registrieren, bevor er Zugriff auf das entsprechende Forum bekommt. Hier werden dann Programme zur Verfügung gestellt, die normalerweise nur mit einer kostenpflichtigen Lizenz erworben werden können. Hackern ist es in der Vergangenheit auch problemlos gelungen, die Pay-TV-Systeme zu knacken und eigentlich kostenpflichtige Leistungen frei nutzbar zu machen. Bei diesen Fälschern stehen allerdings keine wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund, da sie für ihre Leistungen kein Geld erhalten. Für manche Menschen ist einfach die Herausforderung, eine kostenpflichtige Leistung auch ohne den Einsatz von Bargeld bekommen können, der erste Schritt in die Welt der Ungesetzlichkeit von Produkt- und Markenpiraterie beziehungsweise Urheberrechtsschutzverletzungen.

Produktfälschungen im Urlaub

Besonders die bekannten und beliebten Urlaubsländer in Südeuropa und Nordafrika sind dafür bekannt, dass hier „Markenartikel“ zu deutlich geringeren Preisen erworben werden können. Viele Käufer sind sich sogar darüber klar, dass sie Plagiate erwerben, die dem Original zwar täuschend ähnlich sehen, aber nicht echt sind. Aber hier ist Vorsicht geboten. Wer Fälschungen oder Plagiate erwirbt, macht sich genauso strafbar wie derjenige, der sie in den Handel bringt. Darüber denken viele Urlauber bei ihren Einkäufen in den Urlaubsorten überhaupt nicht nach. Schon die Einfuhr in das Heimatland kann rechtlich geahndet werden.